Segeltörn Cuba 2011

 

 

 

Donnerstag, 24. Februar 2011

Reisetag: Der Tag beginnt nicht optimal: der Skipper hat den Pass vergessen! Ich hatte alles bereit, als mir am Vorabend der Vermerk des Reisebüros auffiel eine Kopie vom Pass zu machen. Kein Problem: Kopie bei anderen Reiseunterlagen verstaut, aufgeräumt, alles bereit. Am Morgen auf dem Flughafen ein zielgenauer Griff: wo ist der Pass? Ich sehe noch kurz an anderen Orten nach aber ich bin mir sehr schnell sicher: das Ding liegt im Kopierer. Eine schnelle und sehr teure Taxifahrt löst das Problem und ich komme knapp aber pünktlich zum Boarding. Kaum sitzen wir im Flugzeug, kommt vom Captain die Durchsage: wegen Nebel in Amsterdam müssen wir ½ Std. warten! Ich hätte den Pass günstiger mit dem Zug geholt.

Durch die Nebelverzögerung müssen wir in Schiphol mit 7 Meilenschritten zu unserem Anschlussflug. Dadurch bleibt keine Zeit etwas fürs leibliche Wohl zu tun oder einzukaufen. Als nach dem Start in Amsterdam dann irgendwann der Duft der Küche zu mir dringt, reiben sich meine Magenwände doch schon seit geraumer Zeit aneinander.

In Havanna angekommen, straft uns die kurze Umsteigezeit in Amsterdam – das Gepäck kommt nicht. Die kubanische Planwirtschaft zwingt uns, die bürokratisch-zeitlichen Hindernisse an einer Bar zu überbrücken. Übrigens soll das Gepäck morgen Abend mit der Air-France ankommen.

 

 

 

Freitag, 25. Februar 2011

Havanna: Die Eindrücke die diese Stadt vermittelt, sind so vielfältig und enorm, dass es schwer fällt darüber zu berichten.

Wir haben 2 alte Chevrolet gemietet und uns 2 Std. durch die Stadt chauffieren lassen.

Ich kann verstehen, dass es heisst, Kuba liebt oder hasst man (Mir gefällt es sehr)!

Die Menschen haben eine unglaubliche Lebensfreude und lassen einem nichts von Mangelwirtschaft spüren. Das was auffällt sind die schlecht unterhaltenen Bauten (Wohnsituation) und die Autos. Dem entsprechend sind auch die Luftqualität und der Geruch; wie bei uns vor 50 Jahren.

Zurück zur Mangelwirtschaft: an Mojitos, Bier und Rum mangelt es in keiner Weise!

  

 

Samstag, 26. Februar 2011

Nachdem gestern der Apero mit Gesang und Tanz auf der Strasse sehr intensiv ausgefallen war, wurden das Nachtessen und der „Schlummi“ kurz gehalten.

Heute Morgen in der Früh habe ich mit Lost and Found telefoniert und erfahren, dass unser Gepäck am Terminal 1 abzuholen sei. Armin und ich machten uns nach dem Frühstück sofort auf den Weg; und siehe da wir werden fündig. Das Suchen der einzelnen Gepäckstücke und der Zoll sind jedoch eine Herausforderung für sich.

Nun können wir guten Mutes und mit eigenem Gepäck nach Cienfuegos reisen und unser Boot entern!

In Cienfuegos hat uns wie gewohnt viel Arbeit mit Instruktionen, stauen und einrichten erwartet. Nach dem Nachtessen im Yachtclub sind wir nur noch müde…

 

 

Sonntag, 27. Februar 2011

Heute ist einer der schwierigen Tage: Immer noch einrichten, Geld wechseln und nochmals Einkaufen. Dazwischen Brot backen dann warten, Kartenbriefing und Papiere fürs auslaufen bearbeiten – wie es halt eben so ist bei Törn-Start.

PS: Die Taxen die Fidel erhebt sind beträchtlich!

 

 

Montag, 28. Februar 2011

Auf 6 Uhr habe ich den Wecker gestellt und Kaffeewasser aufgesetzt. Die Crew kommt nach und nach aus den Kojen. Noch einmal Wasser nachfüllen, Landstrom kappen und alles klar Schiff.

07.30 Leinen los. Nach 1 Std passieren wir den Leuchtturm von Cienfuegos und nehmen auf 235° Kurs auf Cayo Guano del Este.

Zuerst geht es mit Motorenhilfe bei 6-8 Knoten Gegenwind nach Süd-West. Bald dreht der Wind auf Ost und frischt auf. Nach geraumer Zeit sind wir bei steifer Brise (Windstärke 7 = 28-33 Knoten = 60 km/h) am starkwind Segeln. Da der Wind raumschot steht bemerken meine Mitsegler dies nicht wirklich, (ist auch gut so) denn den einen geht das Frühstück noch einmal durch den Kopf und andere haben sich in ihre Kabinen verzogen. Erzählt habe ich es erst am Abend.

Ca. 12:30 flaut der Wind auf die übliche Passatstärke von 15-20 Knoten ab und wir erreichen ca. 14:30 Cayo Guano del Este. Beim ersten Versuch klemmt das Ankerspiel und nach ein paar Holdingrunden ist das Problem, das unsere Vorgänger verursacht haben gelöst und 15:15 fällt Anker.

Heute hat Yvi Geburtstag: wir haben dich nicht vergessen! Zur Feier gibt es Pasta Arrabiata aus deinem Lädeli. Sau gut, ich habe 3x geschöpft!

 

 

Dienstag, 1. März 2011

Stephan wird schon beim morgendlichen Aqua-Jogging von einer Qualle belästigt. Es braucht seine Zeit bis sich die Andern ins Wasser trauen.

08:45 geht es mangels Wind unter Motor Richtung Cayo Largo. Es ist sehr speziell, mit über 6 Knoten in 5m tiefem, klarem Wasser zu fahren.

Übrigens 1 Knoten = 1 nautische Meile/Std. = 1.852 km

Nach 20 Meilen um 12:00 fällt der Anker vor Cayo Largo mit vermeintlich 1.2 m Tiefe unter dem Kiel. Nach einem dumpfen Bums stellen wir fest, dass wir keine Handbreite mehr über dem Sandgrund haben. Waren die Instruktionen falsch oder will jemand ein neues Boot? Also umparkieren um dann den weissen Strand zu geniessen, der sich dahin zieht soweit das Auge reicht. Wassertemperatur direkt am Strand – geschätzte 31°.

Obwohl wir bis anhin beim Schnorcheln noch kaum Fische sahen hat heute schon 3x einer einen Selbstmordversuch unternommen. Völlig unvorbereitet riss es den Jungs jeweils den Arm nach hinten; und das war’s leider.

Armin hat nun sicher schon 100x den Kopf im Niedergang gestossen. Irgendwann muss das doch schmerzen!

Heut Abend wurde gesoffen. Es war niemand wirklich betrunken und die Stimmung super, aber es braucht einen separaten Kehrichtsack für die leeren Bierdosen. Die Rum-Flasche ist ebenso leer und eine neue nur noch ½ voll. Wo geht das Zeug nur hin?

 

 

Mittwoch, 2. März 2011

Heut ist gemütliches Erwachen und Vorbereiten angesagt.

Um 10:00 liften wir den Anker und passieren ½ Std. später die Riffpassage. Segeln ist angesagt. Wenden, halsen und Q-Wende (Mann über Bord Manöver unter Segel) sollen heute mal instruiert werden. Wenn der einschlafende Wind nicht wäre. Mit dem letzten Pfupf können wir gerade noch unter Segel wenden und dann ist Schluss.

Unter Motor erreichen wir die Playa Sirena und schwimmen an Land. Warum? Es gibt eine Bar! Diese muss durch den unglaublich feinen, weissen Sand erkämpft werden. Das Wasser hat auch Badewannen-Temperatur.

Auf dem Weg durch den alten Kanal zur Marina haben wir noch 2x Grundberührung, was bei dem sandigen Grund und ganz langsamer Fahrt kein Problem darstellt.

In der Marina Cayo Largo füllt Urs den einen, leeren Wassertank und am Abend essen wir im Marina Restaurant. Die Frage war: wer ist der Boss. Denn der bekam die einzige Menuekarte. Aber die Kubaner sind unglaublich freundlich und überdecken damit jegliche Mängel ihrer Planwirtschaft.

 

 

Donnerstag, 3. März 2011

Ohne Wecker bin ich heute eine gute ½ Std verschlafen. Es muss alles wieder startklar gemacht werden. Auch der Zoll und der Dockmaster müssen mit Pässen und Gebühren befriedigt werden!

Die Crew muss noch Geld wechseln. Also machen sich alle Männer auf zur Bank. Einer nach dem andern kommt aufs Boot zurück und gesteht: „ich habe mein Geld Armin gegeben“. ‚Dieser studierte während geraumer Zeit die kubanischen Gepflogenheiten in Sachen Bankgeschäfte. Unglaublich was da für Zeit aufgewendet werden muss. Beleg für Beleg wird ausgefüllt, der Pass wird buchstäblich in Einzelteile zerlegt, damit EURO’s in CUC (=Peso Convertible) gewechselt werden können. Einzelnen, gut bekannten Kunden wurde ein Espresso serviert (Armin gehörte leider nicht dazu). Nach 45 Minuten hatte ein, vermutlich höherer Funktionär der Bank, Erbarmen mit dem Crew-Geldwechsler, und er durfte offiziell „vordrängen“. Unglaublich war es auf jeden Fall. Im Hintergrund ein Riesentresor, aber vorne wurden der Peso National in Riesenbündeln und in Kartonschachteln ausbezahlt. Die Wartezeit war auf jeden Fall nicht langweilig, da ja genügend Zeit vorhanden war um die äusserst hübschen kubanischen Kundinnen zu „begutachten“.‘

Wir starten um 10:30 und befahren diesmal den neuen Kanal zum Auslaufen nach Westen. 11:15 geht es durchs Riff. Es erwartet uns ein wunderbarer Passatwind von ca. 15 Knoten. Da wir unseren Frigo kühlen müssen bleibt der Motor bis 12:30 an. Danach ist schönstes Segeln Programm.

Trotz Aussage des Basisleiters es habe Fische und Langusten ohne Ende haben Mämf und Mindli noch keinen Fisch an Bord gezogen. Da wir bis jetzt immer über Sand geankert haben und das Schnorcheln dadurch nicht sehr attraktiv ist, haben wir auch noch keine Langusten entdeckt. Cayo Rosario, das wir am Abend angelaufen haben, ist auch nicht anders.

 

Freitag, 4. März 2011

Heute Nacht hat mich unser Dinghi, das durch Starkwind gebeutelt wurde, auf Trab gehalten. Ich konnte die Ursache des Lärms kaum finden. Nun bin ich froh habe ich Urs am Ruder, so kann ich zwischen dem Navigieren ein bisschen abhängen.

Da das Kartenmaterial ein ungewohntes Format hat, habe ich mich auf unseren Plotter (kleiner Bildschirm) verlassen – war keine gute Idee. Urs meldet plötzlich „Riff voraus“. Eine schnelle Wende verhindert ein Unglück. Von nun an navigiere ich uns mit aller Vorsicht zur Riffdurchfahrt nach Cayo Campo. Und dann der Hammer: Die durch den Basisleiter (Eingeborener) vorgeschlagene Einfahrt erweist sich als Sackgasse. Alle sind schon voller Vorfreude über das Schnorchel Paradies und den in Sichtweite palmengesäumten Strand. Dann schon wieder fühlen wir ein uns bekanntes „scharren“ am Rumpf. Wir bewegen uns trotz Wind und starker Strömung keinen Millimeter mehr. High Noon. Der längste Festmacher aus der Kiste geholt, den Ersatzanker bereit gemacht und dann mit der schwimmenden Gummimatte (genannt Dingi mit Stabmixer) alles in Position gebracht. Nach mehreren Anläufen kommt der Kiel los. Nun gut, denken wir. Beim Einholen der Gummimatte stranden wir 100 m weiter westlich wieder. Oh, la, la, der Skip zeigt zum ersten Mal Nerven. Übrigens die Crew auch. Das Ganze von vorn. Das sogenannte Dingi erweist sich als schwimmende Badewanne. Glücklicherweise kommt uns ein Kanadier, der auf dem Weg zum Nacktschwimmen ist, zur Hilfe. Mit seinem DINGHI und 18 PS-Motor schleppte er uns frei. Armin mutiert zwischenzeitlich zum Delphin, da er durch die Ankerketten von der Gummimatte gerissen wird, was von den Zuschauern als gehechteter Auerbach bewertet wird. Kein Boot ist im Moment in der Lage ihn aufzunehmen. Wir verlassen die ungastliche Bucht subito und finden kurz vor dem Einnachten einen geeigneten Ankerplatz. Den Rum haben wir uns redlich verdient. Zu erwähnen ist noch, dass unser Grummelbock einen veritablen Fisch (Marke noch unbekannt) bis zum Schiff einholte. Leider riss die Leine. Keine 10 Minuten später hatten wir denselben Fisch (Marke immer noch unbekannt) in kleinerer Version an Bord. En Guete.

 

Samstag, 5. März 2011

Bei der Lagebesprechung während des Frühstückes beschliessen wir nicht mehr weiter Richtung Isla de Juventud sondern wieder ostwärts zu segeln. Der Wind verheisst einen spannenden Tag. Nach dem Verlassen des Riffes segeln wir „volles Rohr“ mit ca. 7 Knoten. Aber wie gehabt, jeder Tag ein neues Ungemach. Unser Grosssegel reisst. Gelinde ausgedrückt „Scheisse“. 25 Seemeilen unter stinkendem Motor sind angesagt und der Rest des Segeltörns wird ab jetzt zur motorisierten Kreuzfahrt. „Geschüttel und Gerüttel“ wird zum Highlight, da ein Ersatz des Segels vermutlich nicht mehr möglich sein wird. Nach 8stündigem Wellenreiten mit Wirkungen (die Einen liessen sich das Essen nochmals durch den Kopf gehen) ankern wir in der Bucht der Isla Rosario. Dann die Bescherung in Mänf und Regulas Koje: Die Luke ist undicht und hat Wasser der Bugwellen reingelassen, die Matratzen triefen. Bereits den 3. Tag ohne festen Boden unter den Füssen. Tja, was soll’s. Wir lassen uns nicht entmutigen, denn ändern können wir im Moment eh nichts. Irmas Spruch des Tages, als alle mit Badetuch um die Hüften zum Waschsprung ins Meer marschieren: „Mit den weissen Frottiertüchern um den „Ranzen“ könnte man meinen, wir seien in einem 5-Stern-Wellness Hotel. Na ja, Dschungelcamp mit 5-Millionen-Sternenhimmel…

 

Sonntag, 6. März 2011

Nach Cayo Rosario sind wir in Cayo Largo in der Marina angekommen. Da etliche Luken an unserem Boot nicht mehr dicht sind, haben wir nun ein Matratzenlager auf Deck. Unser Dock-Master Pire (Admiral) organisiert uns auf Vorschlag von Irma einen Transfer ins Hotel Cayo Largo Sol (mit Internet). Dort können wir uns für 20 CUC am Buffet die Bäuche voll schlagen und da es ein „all inklusiv“ Hotel ist, könnte man auch noch gleich die Lampe an der Bar füllen. Nach 1-2 Drinks kommt jedoch unser Bus für die Fahrt zurück zur Marina.

 

Montag, 7. März 2011

Marina-Tag wie im Bilderbuch! Vor und nach dem Frühstück sind Körperpflege, Besorgungen und Apéro angesagt. 12:00 werden wir von einem Wassertaxi abgeholt und für 4 Std. an der Playa de Sirena abgesetzt. Es ist dieser Strand, durch den man sich richtiggehend kämpfen muss, weil der Sand dermassen fein ist. Durch seine weisse Farbe erinnert es einem sofort an Tiefschnee. Der kleine Unterschied bleibt einem aber durch die Palmen und das türkisblaue Meer immer präsent.

Am Abend gibt’s Lobster; natürlich durch Admiral Pire organisiert!

 

Dienstag, 8. März 2011

Wir verlassen Cayo Largo Marina um 9 Uhr. Vor dem endgültigen verlassen der Insel holen wir uns mangels Segel noch 50 Liter Diesel irgendwo in den Mangroven. Unter Motor ist es ein hängen und liegen um sich die 5½ stündige Fahrt nach Cayo Guano del Este um die Ohren zu schlagen. Wieder ankern wir vor dem Leuchtturm der aussieht wie eine Sojus-Rakete. Am Abend war dann italienisch bis zum abwinken angesagt. Die Stimmung war sehr entspannt.

 

Mittwoch, 9. März 2011

Cayo Guano del Este verlassen wir um 8 Uhr. Der Wind und die feuchte Matratze haben mich schon die ganze Nacht immer wieder geweckt. Am Ankerplatz haben wir 30 Knoten und am Riff sehen wir die weiss schäumenden Brecher; was wird uns erwarten? Heute im Stile der Alinghi! In Badehose aber mit Segeljacke, „Gschtältli“ und Schwimmweste und einer gehörigen Portion Respekt starten wir Richtung Cienfuegos. Grosskampftag ist angesagt! Mit havariertem Grosssegel und einem undichten Boot durchpflügen wir diese Waschmaschine die sich uns bietet. Trotzdem wird es zu einer erlebnisreichen Überfahrt. Wir haben Begleitschutz von mindestens einem Dutzend Bottle Noise Delfinen. Leider kommt der Kameramann zu spät. Draussen auf See haben wir zwischenzeitlich Böen von bis zu gut 40 Knoten Wind und eine sehr kabbelige See. Dies bedeutet „stürmischer Wind“ mit 74 Km/Std. 1km mehr und man nennt es Sturm. Dank der Sonne macht das auf Deck sogar ein bisschen Spass, was unter Deck nicht bei allen so empfunden wird. 4 Uhr nachmittags passieren wir den Leuchtturm von Cienfuegos und 1 Std. später liegt die Zora in der Marina fest. Zum Abendessen gibt’s Makkaroni an einer feinen Morchelsauce.

 

Donnerstag, 10. März 2011

Stadtbesichtigung Cienfuegos steht heute auf dem Programm. Cienfuegos wurde in all den Gefechten die es auf dieser Insel gab nie zerstört. Dem entsprechend blieb die Bausubstanz erhalten. Typisch Kubanische Cafés, Häuser mit Lauben, Kirchen und Plätzen, gemischt mit gemütlicher Betriebsamkeit. Ein tolles Feeling und sehr sympathisch.

Zurück in der Marina bei einem Mojito bemerken wir schwarze Wolken. Zuerst werden die Matratzen geborgen und danach geht es in der Marina und in der Bucht drunter und drüber. Wir legen noch eine zusätzliche Spring und richten unsere Fender. Dann helfen wir unserem Nachbarn und bemerken, dass ein anderes Boot auf Grund getrieben wird. Wiederum Andern hält der Anker zu wenig, kommt dem Nachbarn zu nah und liegt über deren Ankerkette (Wind bis 44 Knoten). Da die hilfsbereiten Kubaner schon voll am Werk sind stehen wir mit einem Bier in der Hand im Cockpit und schauen und fachsimpeln. So braucht man wirklich kein Fernsehen! Mit Aelplermakkaroni, spanischem Wein und einer kubanischen Zigarre wird der Abend abgerundet. Nach 20:00 liegt der eine, arme Kerl immer noch auf Grund. Mit unserem Fachwissen wäre er schon längst frei geschleppt!

 

Freitag, 11. März 2011

Ausflug nach Trinidad steht heute auf dem Wunschzettel. Um 9 Uhr steht ein Taxi Bus bereit für die ½ stündige Fahrt und wir sind bereits um 11 Uhr am Ziel (inklusive 5 min. Reifenwechsel, der ½ Std dauert). Trinidad ist Weltkulturerbe und wird dadurch von den Touristen gut besucht. Diese Stadt ist aber auch sehr sehenswert. Kolonialstil, gepflasterte Strassen und ein buntes Treiben kennzeichnen diesen Ort aus. Ein Nachteil hat die ganze Situation, die Händler sind relativ aufsässig. Im Vergleich zur übrigen Karibik hält sich dies jedoch im üblichen Rahmen.

Am Abend, beim durchsuchen aller Nischen und Ecken kam noch eine Flasche 7jähriger Rum zum Vorschein. Dies führte nach kurzer Zeit, mit zur Hilfename von Stephans erworbenen Percussions-Instrumenten, zur spontanen Gründung einer Schiffs-Band. Hervorgehoben hat sich das auf jeder gekauften CD vorhandene Lied „El Comandante Che Guevara“, das auch noch gesanglich in ordentlicher Lautstärke untermahlt wurde. Beim zu Bett gehen war der Zustand der Bandmitglieder dann ziemlich „Azul“.

 

Samstag, 12. März 2011

Der Heimreisetag läuft im üblichen Tritt ab. Packen, räumen, putzen, zwischendurch frühstücken und duschen, bis zur finalen Schiffsabgabe. Auch die Reiserei ist so ziemlich das was man als üblich bezeichnen kann: sehr viel sitzen, herumstehen und warten.

 

 

Resumé:

Als erstes möchte ich mich bei allen Beteiligten recht herzlich bedanken. Es war eine spannende, interessante, schöne und sehr lustige Zeit. Es brauchte viel Einfühlungsvermögen und Verständnis für die Unzulänglichkeiten in Kuba. Wir wussten, dass wir uns auf ein Abenteuer einlassen würden. Dies hat die ganze Crew mit Bravour gemeistert (und wurde durch die kubanische Bevölkerung erleichtert).

Die grösste Enttäuschung hat uns das Boot mit seiner Ausrüstung bereitet. Ein nächstes Mal müsste es zwingend ein Katamaran sein. Dieser müsste aber vor allem mit einem der Crewgrösse angepassten Beiboot und einer Besegelung ausgestattet sein, die nicht zwingend dem Alter der Yacht entspricht.

So ist auch schade, dass das Gebiet um die Schweinebucht bis nach Cienfuegos gesperrt ist. Eine Rückfahrt entlang der Küste würde eine noch viel schönere Route ermöglichen und man könnte noch mehr Kuba erleben.

 

Koni Sigg, Skip